10.06.26-Hr

 

Quelle. www.mittelhessen.de von Marion Morello

SV Darmstadt 98 U21 – SV Rot-Weiß Hadamar 1:1 (1:1). Nach dem Abpfiff der Hitzeschlacht – in Südhessen zeigte das Thermometer drei, vier Grad mehr an als im Raum Limburg – haderte Hadamars Spielertrainer Maurice Burkhardt, aber nur ein kleines bisschen: „Es war zum Schluss ein Spiel mit dem Feuer. Ich habe kurz überlegt, ob wir noch mal ,all in‘ gehen, umstellen und ins Eins-gegen-Eins gehen, aber das kann dann in beide Richtungen ausgehen. Wenn mir vor dem Spiel einer gesagt hätte, du holst einen Punkt in Darmstadt, dann nimmst du ihn, und wenn mir einer sagt, du hast vier Punkte nach dem zweiten Spieltag, nimmst du das auch. Ich bin mit dem Unentschieden zufrieden.“ Alles in allem war es das gerechte Ergebnis, denn die Darmstädter hatten außer einer starken halben Stunde in der ersten Halbzeit letztlich nicht mehr zu bieten gehabt, während die Rot-Weißen den Kampf erneut annahmen, alles reinlegten und dafür belohnt wurden.

 Hadamar war leicht verändert in die Partie gegangen. Nico Rieble stand von Beginn an in der Kette, während Thomas Brewer dieses Mal ins rechte Mittelfeld vor Larion Kosuchin auf die Sapper-Position wechselte. Der war im Training in eine Wespe getreten und hatte einen dicken Fuß. In vorderster Front hatte Esad Smailji den Vorzug gegenüber Raoul Petak erhalten – er sollte Spielzeit gegen seinen Ex-Verein bekommen, wirkte aber etwas verloren und glücklos.

Über die rechte Seite klappte es im Angriff in den ersten Minuten mit Kosuchin und Brewer ganz gut, doch bald riss zwischen beiden der Faden; auch, weil die SV-Defensiven ihr Spielchen durchschaut hatten und dazwischen gingen. Überhaupt erhöhten die „Jung-Lilien“ bald das Tempo und kamen zu Chancen durch Vincent Hofer, dem Hadamars Keeper

Nemanja Saula entgegengrätschte (13.), und einen Kopfball von Mika Schlosser, der sich fast ins SV-Tor senkte (15.). Dann die 20. Minute: Ecke für den SV 98, die Rot-Weiß-Crew im Sechzehner verteidigte nicht resolut genug, aus dem Hinterhalt schoss Vincent Hofer zum 1:0 ein.

 

Die Darmstädter, im Mittelfeld von Ex-Profi Yannick Stark dirigiert, hinten vom Ex-Meppener Markus Ballmert abgesichert, hatten sich den Vorsprung jetzt verdient. Doch einfach so akzeptieren wollten die Westerwälder den Rückstand nicht. Sie machten mobil und rebellierten in Form eines Abprallers vom Rücken eines Darmstädter Spielers nach Burkhardt-Schuss (34.), nach einem Vorstoß Esad Smailjis, der von Larion Kosuchin perfekt angespielt worden war (41.), und einem der gefürchteten Brooklyn-Wölfinger-Freistöße aus gut 20 Metern (44.). Wölfinger war es auch, der eine Weltklasse-Flanke in den Lauf von Thomas Brewer schlug, und dieser abgezockt zum 1:1 ins Netz traf (45.+2). Verdient zu diesem Zeitpunkt.

Mit einem Wölfinger-Freistoß eröffnete auch Durchgang zwei. Torwart Börner tauchte ab und hatte den Ball. Schon bald machte Darmstadt wieder mächtig Druck, wollte die Vorentscheidung. Nemanja Saula klärte mit dem Fuß gegen Mika Schlosser. Später sollte er sogar ins Tor treffen; zuvor hatte er allerdings Brooklyn Wölfinger umgerannt. Der Treffer zählte nicht. Ein Freistoß von Aidan Harney landete auf dem Hinterkopf von Leon Wilki und zischte von dort hauchzart über die 98er-Torlatte.

Die Schlussoffensive der Darmstädter sollte dem SV Rot-Weiß doch noch zum Verhängnis werden, auch wenn kein Gegentreffer mehr fiel. Als Mika Schlosser freie Bahn zum Hadamarer Tor hatte, in dem nur noch Nemanja Saula wartete, versuchte ihn Brooklyn Wölfinger noch vor dem Strafraum irgendwie am Durchmarschieren zu hindern. Das gelang – und zwar punktgenau auf der Sechszehner-Linie –, allerdings zahlte der Hadamarer Verteidiger für sein Vergehen mit der Roten Karte in der Nachspielzeit. Hätte er Schlosser nicht gehalten, hätte sein Team möglicherweise den „Todesstoß“ kassiert.

Darmstadt: Börner, Meier, Kunstmann, Schlosser, Steineck (90.+1 Fenyoe), Hofer (70. Rauch), Ballmert, Schnerring (57. Maier), Stark, Pfister (84. Keranovic), Herbst (84. Dos Santos Pereira) –

 Hadamar: Saula, Wölfinger, Harney, Wilki (87. Zouaoui), Kosuchin, Brewer (78. Neugebauer), Hindic, Smailji (70. Petak), Demirbas (90.+3 Sumak), Burkhardt, Rieble (75. Olizzo) – SR: Rühl (FSG Wettenberg) – Tore: 1:0 Vincent Hofer (20.), 1:1 Thomas Brewer (45.+2) – Rot: Brooklyn Wölfinger (H./90.+4/Notbremse) – Zuschauer: 200.